Neues Projekt: Biophil im Denkmal

Wohlfühlen im Pausenraum: Das Bild zeigt eine Küchenzeile in einem Institut mit grüner Wand und grünen Oberschränken, glasierten grünen Fliesen und Eiche-Unterschränken sowie einen Raumteiler aus Eiche-Lamellen.

Biophiles Bürodesign im Bestand:
IGB Berlin und Denkmalschutz

Das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin forscht zur Zukunft unserer Gewässer. Gelegen in direkter Nähe zum Müggelsee, war die Vorgabe für die Neugestaltung der Teeküche und des Seminarraums klar: Die ökologische Mission des Instituts sollte sich in den Innenräumen spiegeln, während die Räume selbst modernen funktionalen und technischen Ansprüchen genügen mussten. Außerdem soll sich das Institutspersonal in den Räumen wohlfühlen. Unser Gestaltungsansatz gewährleistete eine ganzheitliche Konzeption, die sich der Komplexität des Bestands sowie den Anforderungen des öffentlichen Auftragsgebers stellte.

Die etwas in die Jahre gekommenen Räume mit teils nicht mehr benötigten Einbauten erfuhren eine erfrischende Neugestaltung. Unser Projekt zielte darauf ab, eine erholsame, biophile Atmosphäre zu schaffen, gestützt durch optimale Raumakustik und Prozesssicherheit in der Abwicklung.

Denkmal und Neugestaltung: Ein Bilderstreifen mit Beispielen. Bild 1: Grüne Fliesen mit einem Fisch-Relief und Pflanzbeet. Bild 2: Eine Teeküche aus Eiche mit grünen glasierten Fliesen als Spritzschutz. Bild 3: Heizungsverkleidung und Wandpaneel aus Holz in einem Hörsaal. Bild 4: Eine Wandverkleidung mit Holzlamellen und schwarzen Garderobenhaken.

 

Die sensible Neuinterpretation des 1950er-Jahre-Bestands

Als Spezialisten für Innenarchitektur im Denkmal näherten wir uns dem Bestand mit größtem Respekt. Die Herausforderung lag in der harmonischen Integration zeitgemäßer Lösungen in das historische Gefüge des Gebäudes, das deutliche 1950er-Jahre-Anklänge aufweist. In detaillierter Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden wurden vorhandene Elemente aus verschiedenen Zeitepochen sensibel aufgegriffen und neu interpretiert.

Die Neugestaltung schafft kohärente architektonische Bezüge: Die neuen Wandpaneele schlagen bewusst eine Brücke zu den Einbauten in anderen Konferenzräumen des IGB. Zudem erinnern die Fliesen der Teeküche in ihrer Materialität gezielt an den zentralen Brunnen im Foyer. Diese kuratorische Feinarbeit stellt sicher, dass die neu hinzugefügten Materialien und Elemente eine klare, zeitgemäße Formensprache besitzen, ohne sich rückwärtsgewandt anzubiedern. Vielmehr verbinden sie die wertvolle Substanz der Nachkriegsmoderne mit zeitgemäßer Funktionalität.

Biophile Elemente als Bilderfolge: Pendelleuchten mit Holzlamellen vor einer grünen Wand, eine Wandleuchte aus Holz mit direktem und indirektem Licht, eine Sitzbank aus Eiche mit Lüftungsschlitzen ein Bildausschnitt eines Eiche-Raumteilers. Raum-Elemente in grün und aus Holz tragen zum Wohlfühlen bei. Ein Beispiel für Nachhaltigkeit und biophile Gestaltung.

 

Biophile Arbeitswelten: Wohlbefinden und Produktivitätssteigerung am Müggelsee

Das Herzstück der Gestaltung ist das biophile Raumkonzept. Dieser Ansatz, der die menschliche Verbundenheit zur Natur nutzt, ist wissenschaftlich fundiert und dient der Steigerung des Wohlbefindens sowie der Reduzierung von Stress. Gerade für das IGB, dessen Forschung in direktem Zusammenhang mit der umgebenden Natur am Müggelsee steht, war dieser Ansatz ideal.

Die Vorgabe, auch die Farben des Corporate Designs und des Logos einzubinden, fand eine harmonische Lösung in gedeckten Grüntönen. Diese Naturfarben unterstützen die biophile Ästhetik und passen ideal zu den 1950er-Jahre-Anklängen des Gebäudes. In Kombination mit Eiche-Elementen entsteht eine erholsame Wohlfühl-Atmosphäre, die eine indirekte Erfahrung der Natur in die Innenräume bringt. Die Neugestaltung der Teeküche und des Seminarraums schafft bewusst grüne Bereiche, die als Treffpunkte informelle Kommunikation und somit den sozialen Austausch und Teamgeist der wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen fördern. Biophiles Design wird hier zur Investition in die Gesundheit und Produktivität der Belegschaft.

Funktionale Exzellenz: Planung von Raumakustik und Klima für den Seminarraum

Moderne Seminar- und Konferenzräume erfordern höchste funktionale Standards, insbesondere in wissenschaftlichen Institutionen. Bei der Planung des IGB-Seminarraums trugen wir modernen Anforderungen an Raumakustik, Klimatisierung und Lüftung Rechnung.

Um höchste Sprachverständlichkeit zu gewährleisten, stand die Raumakustik im Fokus. Durch den gezielten Einsatz von schallabsorbierenden Materialien und die Analyse der Raumgeometrie konnten wir das Entstehen störenden Nachhalls zwischen parallelen Flächen effektiv vermeiden. Die Anwendung von Absorbern und Akustikelementen gewährleistet, dass der Nachhall auf einem optimalen Niveau für konzentrierte Lehr- und Besprechungszwecke liegt.

Ergänzend dazu wurden moderne Systeme für Klimatisierung und Lüftung integriert, die essenziell für ein gesundes Raumklima und die Leistungsfähigkeit der Teilnehmenden sind. Zudem wurde die Versorgung mit Annehmlichkeiten wie Sprudelwasser in der Teeküche berücksichtigt – ein Detail, das das Engagement für das umfassende Personal-Wellbeing widerspiegelt.

Ein Bildstreifen zum Thema Technik: Eine grüne Decke mit Holzwolleplatten und weißen Leuchten an einer Lichtschiene; ein Bildschirm auf einer grünen Wand, ein Sprudel-Wasserhahn neben einer Edelstahlspüle und grünen glasierten Fliesen, ein modernes Lüftungsgerät an der Decke.

 

Prozesssicherheit im öffentlichen Auftragswesen: Vergabeprozesse erfolgreich navigiert

Die Abwicklung von Projekten für öffentliche Auftraggeber erfordert eine hohe Qualifikation im Projektmanagement und in der Beherrschung des Vergabeprozesses. Das IGB-Projekt demonstriert unsere Fähigkeit, komplexe Bauvorhaben termingerecht und im Kostenrahmen umzusetzen, wo mangelnde Kommunikation und unklare Zieldefinitionen typischerweise zu massiven Verzögerungen führen können.

Zum Ablauf gehörten zahlreiche detaillierte Abstimmungen mit der Projektgruppe auf Auftraggeberseite und den Handwerksfirmen. Die enge Begleitung im Rahmen der öffentlichen Vergabeprozesse war ein entscheidender Faktor, um die formalen und administrativen Hürden zu meistern. Unsere Expertise in der professionellen Koordination minimiert das Risiko von Schnittstellenkonflikten und teuren Nachträgen.

Wir agieren als Partner, der den Investitionsprozess von der Konzeption bis zur Übergabe steuert. Durch diese prozessuale Stärke bieten wir institutionellen Auftraggebern nicht nur innovatives Design, sondern vor allem die notwendige Planungs- und Kostensicherheit. Die erfolgreiche Durchführung dieses sensiblen Projekts für das Leibniz-Institut ist eine Referenz, die unsere umfassende Expertise im Umgang mit komplexen Anforderungen in der Metropole Berlin nachhaltig unterstreicht.

 

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